Programm Fachtag 10. März 2016

9:00 Herzlich willkommen bei einer Tasse Kaffee

Moderation: Monika Hintsches

9:30 Begrüßung

9:45 Vortrag von Prof. Dr. Jochen Krautz

„Die Ökonomisierung des Sozialen: Persönlichkeitsbildung oder Verwertbarkeit?“

Anschließend: Verstehen, Zustimmen, Widersprechen

 

11.00 Freiräume – In den Blick genommen

Wählen Sie in welchen der Freiräume Sie Ihren Blick vertiefen möchten:

Soziale Arbeit: „Employability und sonst nichts?“

Referentin: Prof. Dr. Marianne Genenger-Stricker, Kath. Hochschule NRW, Abt. Aachen

Mit dem 1999 begonnenen Bologna-Prozess wird das Ziel verfolgt, Employability und damit die arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen der Studierenden ebenso wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulsystems zu stärken. Die Umstellung der Studiengänge erfolgte auch im Sozialwesen, wenn auch von Anfang an mit Skepsis und Sorge. Kritisiert wurden Überregulierung, starre Zeitvorgaben sowie erhöhter Leistungsdruck. Ist unter diesen Bedingungen ein Studium möglich, das sich nicht nur auf Wissen und Kompetenzentwicklung versteht, sondern auf die Herausbildung von souveränen Persönlichkeiten, die wir in der Sozialen Arbeit dringend brauchen? Denn die Streichung der Persönlichkeitsbildung aus dem Lehrplan der Hochschulen geht nicht nur zu Lasten der Studierenden, sondern langfristig auch zu Lasten des Arbeitsmarktes im Sozial- und Gesundheitswesen und der Gesellschaft insgesamt. In diesem Workshop geht es darum zu diskutieren, welchen Möglichkeiten aber auch Grenzen ein Studium der Sozialen Arbeit bietet, neben studienrelevanten Fach- und Methodenkompetenzen auch überfachliche Sozial- und Selbstkompetenzen in das Studium zu integrieren.  Welche Räume bietet das Studium zur Reflexion und berufsbezogenen Selbsterfahrung bzw. für auf Mündigkeit und Aufklärung zielende Bildungsprozesse?

 

Schule: „Schule als Ort der Potentialentfaltung?“

Referent: Ali Döhler, Sozialarbeiter, Organisationsentwickler

Bildungsinnovatoren wie der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther oder Margret Rasfeld, Schulleiterin der Evangelischen Schule-Berlin-Zentrum konfrontieren uns seit langem damit: Die aktuelle Schule mit ihrer einseitigen Ausrichtung auf (kognitive) Wissensvermittlung, dem Glauben an vermeintliche Altershomogenität, dem alles dominierenden Konkurrenzprinzip und der frühen Sortierung wird den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gerecht.

In einer Zeit großer Umbrüche und Krisen, tiefgreifender Herausforderungen, komplexer und unsicherer Situationen braucht unsere Gesellschaft Menschen, die über ausgeprägte Problemlösungskompetenzen verfügen, die gut kommunizieren und Konflikte bearbeiten können, die es gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen, die teamfähig sind und ihr Wissen und ihre Kompetenzen in den Dienst gemeinsamer Anliegen stellen.

Zukunftsfähige Schulen setzen deswegen auf neue Lernformen, auf eine wertschätzende Lern- und Beziehungskultur, auf Potenzialentfaltung, sie sehen Heterogenität als Bereicherung und Lernchance, sie leben ihr Vertrauen in die heranwachsende Generation, fördern Eigenverantwortung. Die Lehrer sind eher Lernbegleiter, die beratend und unterstützend nah an ihren Schülern dran sind. Wenn wir in diese Richtung die „Schule neu denken“, dann geht es nicht mehr um die Optimierung des Bestehenden, sondern um radikale Transformationsprozesse.

Die zentralen Fragen lauten:

Wie sieht eine zukunftsfähige Schule aus, die die genannten Kriterien erfüllt?

Von welchen Überzeugungen und Grundhaltungen wird sie getragen?

Wie sehen die zentralen Elemente einer solchen Schule konkret aus?

Welche Konsequenzen hat das für die Strukturen und die Schulorganisation?

 

Gesundheitswesen: „Sterben, Tod und Trauer – ganzheitliches Lernen für Pflegekräfte“

Referentin: Veronika Schönhöffer- Nellessen, Palliatives Netzwerk

Ganzheitliche Bildung für Pflegekräfte am Beispiel Sterbe - und Trauerbegleitung bezieht sich auf ein inhaltliches Feld des Pflegeberufes, das zu seinen Kernkompetenzen  gehört. Bisher findet dieses Thema aber nur untergeordneten Raum in der originären Ausbildung.
In diesem Workshop gibt es die Möglichkeit mit Hilfe einer Bilderreihe, die von einem schwersterkrankten Menschen selbst gestaltet wurde, die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit, die Rolle der Sterbe
- und Trauerbegleitung, eine hospizlichen Grundhaltung und Sachkenntnisse zur Palliativversorgung kennenzulernen.
Dabei  wird der kognitive wie emotionale Bereich einbezogen, Fachwissen vermittelt, die Frage nach der eigenen beruflichen Identität gestellt sowie ein Austausch stattfinden über die Sinnhaftigkeit medizinischer, pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Begleitung am Lebensende.

Freiwilligendienst: „Persönliches Wachstum in, durch, mit, wegen und trotz Kursgruppe?!“

Referenten: FSD Aachen

Wir behaupten, dass Persönlichkeitsentwicklung nur in der sozialen Auseinandersetzung in einer konstanten Gruppe über die Dauer von mindestens einem Jahr stattfindet. Das Konzept und Wirksamkeit von sozialer Gruppenarbeit ist Schwerpunkt in Inhalt des Dialogs und wir freuen uns über eine konstruktive Auseinandersetzung mit Ihnen.

 

12:30 Genussraum – Leib und Seele zusammenhalten

 

13:45 Erfahrungsräume

Womit möchten Sie Erfahrung machen? Sie haben die Wahl:

Kreativraum – Jenseits der Worte

Geben Sie Ihren Gefühlen einen anderen Ausdruck.
Wir bieten verschiedenste Materialien an, die viele Möglichkeiten eröffnen.

„Was du in Worte fassen kannst, kannst du in Worte fassen. Alles andere …“

 

Zeitraum

Eindrücke, Erfahrungen, Gedanken und Ideen brauchen nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen Zeit und Schlaf um zur vollen Ausprägung zu gelangen, sich ihrer zu erinnern und im Gedächtnis zu speichern.

Der Trend geht zur Achtsamkeit und Entschleunigung. „Alles in allem scheint es ganz sinnvoll zu sein, den Hinweis von -Sitz nicht rum, tu was!- in – Tu nicht nur was, sitz mal rum!- zu verkehren“

Doch was passiert eigentlich, wenn wir vermeintlich nichts tun?

Wir laden ein, zur Ruhe zu kommen, sich Zeit zu nehmen, das Erlebte und Gehörte, die Gedanken und Impulse ziehen zu lassen, für eine Weile zu Verweilen  und wahrnehmen was passiert.

 

Diskussionsraum

„Zu einem guten Diskussionsstil (siehe auch Streitkultur) gehört neben wechselseitigem Respekt unter anderem, gegenteilige Argumente und Meinungen zuzulassen und genau zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen.

Der Zweck einer Diskussion besteht nicht zwangsläufig darin, das Gegenüber von seinem Standpunkt zu überzeugen. Hingegen steht am Ende einer Diskussion die Lösung eines Problems, ein für alle Beteiligten annehmbarer Kompromiss oder die beidseitige Erkenntnis, dass verschiedene Meinungen herrschen (Dissens) und Gültigkeit haben. Auch im letzteren Fall ist die Diskussion eine wichtige Möglichkeit, den Standpunkt anderer kennenzulernen und Dinge aus bisher unbekannter Perspektive zu erblicken.“ (vgl. Wikipedia)

Zu genau diesem Zwecke und in diesem Sinne laden wir herzlich zur Begegnung im Diskussionsraum ein.

 

Begegnungsraum

„Und wenn es nicht meinen Religionslehrer gegeben hätte, der mich trotz fünf blauer Briefe über den Fluss getragen und in die Oberstufe versetzt hätte, wäre aus mir nichts geworden“

Gibt es auch in Ihrem Leben Menschen, die wesentlich für Ihre Entwicklung waren und möchten Sie diesen noch einmal auf der Bühne begegnen und sie lebendig werden lassen?

 

15:00 Kaffeepause

15:20 Kreativer Blick auf den Tag

Beobachtungen, Zuspitzungen, Zusammenfassung

 

16:00 Ende

 


Jetzt für einen Inlandsdienst bewerben!

Sie möchten sich für ein FSJ oder einen BFD bewerben? Beide Dienste beginnen im August jeden Jahres. Eine Bewerbungsfrist gibt es nicht, darum heißt es schnell sein. Beginn für die halbjährigen Freiwilligendienste im FSJ oder im BFD ist der Februar. Wie Sie sich bewerben können, erfahren Sie hier.

Jetzt für ein Auslandsjahr bewerben!

Bewerbungsschluss für die einzelnen Projekte liegt zwischen dem 15. Oktober und dem 30. Januar jeden Jahres. Das heißt, dass Sie sich in der Regel bis zu einem dreiviertel Jahr vor dem gewünschten Einsatztermin bewerben müssen.